Stolpersteine – Gegen das Vergessen

Hast du jemals goldene Steine auf der Straße gesehen? Bist du über einen gestolpert? Was

bedeuten diese Steine? Und warum finden wir sie auf dem Bürgersteig? „Stolpersteine“ sind Gedenktafeln in Gehwegen. Sie erinnern in vielen Städten und Orten Europas an
das Schicksal von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verfolgt,
vertrieben, verschleppt oder ermordet wurden. Die Stolpersteine sind Betonwürfel in der
Größe 10 cm x 10 cm x 10 cm, mit einer darauf verankerten Messingplatte. Auf dieser werden der Name und Informationen über das Schicksal eines NS-Opfers eingehämmert.
Die Steine werden dann vor dem Haus verlegt, in dem das Opfer zuletzt gewohnt hat. Auf den Stolpersteinen liest man den Namen des Opfers und sein Geburtsdatum neben der Mitte des 19.
Jahrhundert. Die Todesdaten reichen von 1933 bis 1945. Jeder Stein wurde in Erinnerung an eine Person, die vom NS-Regime unter Adolf Hitler verfolgt, verbannt, vertrieben, verhaftet oder getötet
wurde, verlegt. In Minden kann man auf lokaler Ebene fast 90 Stolpersteine finden. 2018 werden weitere hinzukommen. “Jeder, der die Inschrift eines Stolpersteines liest, macht eine Verbeugung vor dem Opfer.”Gunter Demnig, 1947 in Berlin geborener deutscher Künstler, konnte das Verschwinden aus dem öffentlichen Gedächtnis nicht akzeptieren. Er stellte das Projekt STOLPERSTEINE 1993 erstmals der Öffentlichkeit vor. Er hat eine Mission: Überall dort, wo SS, Gestapo, Wehrmacht gewütet haben auf der Welt, möchte er an ihre Verbrechen erinnern. Und er möchte den Opfern ihre Namen und ihre Würde zurückgeben – und in Erinnerung behalten.Am 21. Nov. 2005 hat Gunter Demnig die ersten Stolpersteine in Minden verlegt. Die Idee ist bestechend simpel: Die Stolpersteine sollen die Erinnerung an diese Toten lebendig halten und Teil der Stadtgeschichte werden. Gerade nicht in Form von großen Mahnmalen, sondern in der
Alltagskultur. Ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer imNationalsozialismus lebendig erhält. Ihre Schicksale sollen der Nachwelt im öffentlichen Raum als Mahnung erkennbar werden, um das demokratische Bewusstsein zu stärken und zur Wachsamkeit anzuhalten. Das Demnig-Projekt wird jetzt von der ‚STIFTUNG – SPUREN – Gunter Demnig‘ weitergeführt, die die Verlegung von Steinen in ganz Europa koordiniert.Wie bei jedem größeren künstlerischen oder historischen Projekt sind Stolpersteine nicht frei von Kritik seitens von Angehörigen der Opfer. Einige möchten nicht, dass die Namen ihrer ermordeten
Familienangehörigen mit Füßen betreten und beschmutzt werden.Manchmal werden Steine von Rechtsextremen und Neonazis geschändet oder gestohlen.

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