Bärenkämpen als neuer Mittelpunkt im Quartier

Begegnungszentrum Bärenkämpen als neuer Mittelpunkt im Quartier

Minden (kr). Diesen Moment der feierlichen Eröffnung des Begegnungszentrums Bärenkämpen will sich Gerhard Boecker nicht entgehen lassen. Als Student der Fachrichtung „Soziale Arbeit“ hatte der heute 75-Jährige Mindener für seine Diplomarbeit eine Sozialstudie in Bärenkämpen durchgeführt. Fast zwei Jahre lang hatte er den damals noch jungen Stadtteil untersucht und die Bewohner auch zu ihren Wünschen, Sorgen und Nöten interviewt. „Ein Stadtteilzentrum stand damals schon ganz oben auf ihrer Wunschliste“, sagt Boecker und lässt seinen Blick durch das helle und freundliche Forum schweifen, das Café, Gemeinschaftsraum und Mittelpunkt des neuen Begegnungszentrums ist. „Es ist toll, was hier geschaffen wurde“, sagt er gerührt.

An Worten des Lobes und des Dankes mangelt es auch nicht, als das Haus im Rahmen einer Feierstunde den Menschen übergeben wird, die es nun mit Leben füllen. Stolz sei die Stadt Minden auf „dieses schöne, helle und offen gestaltete Zentrum, das erste seiner Art in Minden“, das künftig für die Stadtteilarbeit in Bärenkämpen mit seinen mehr als 7.000 Bewohnern zur Verfügung stehe, sagt Bürgermeister Michael Jäcke (SPD). Dass dies gelungen sei und überhaupt umgesetzt werden konnte, sei in erster Linie dem Land Nordrhein-Westfalen zu verdanken, das der Stadt Minden im Rahmen des 72 Millionen Euro schweren Sonderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ 2,6 Millionen Euro bewilligt hatte. Aus diesem Topf hätten auch 90 Prozent der Kosten für das 1,9 Millionen Euro teure Begegnungszentrum gedeckt werden können.

Begegnungszentrum Bärenkämpen eröffnet (Plus-Inhalt)

Dass das Geld gut angelegt sei, machte Anke Recklies, Vizepräsidentin der Bezirksregierung Detmold, als Vertreterin des Landes NRW deutlich. „2014 kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Es gab Tage, an denen 500 bis 800 Menschen ankamen. Minden ist eine der Kommunen, die mit am meisten Flüchtlinge aufgenommen haben“, so Recklies. Indem es finanzielle Mittel unkompliziert und in der Höhe einer 90-prozentigen Förderung zur Verfügung gestellt habe, habe das Land vieles richtig gemacht. „Jetzt haben die Menschen hier in Bärenkämpen einen Treffpunkt, an dem sie sich begegnen und miteinander reden können.“ Sie wünsche sich, dass die Nutzung der vielen Beratungsangebote angenommen werde und das Zentrum dazu beitrage, dass die Menschen sich besser kennenlernen. „Den anderen beurteilen zu können, fällt leichter, wenn man sich in die Augen schaut.“ Das fördere Respekt und Haltung – „und beides brauchen wir“, so Recklies.

„Überglücklich, es endlich geschafft zu haben“ äußerte sich auch Ortsvorsteher Dieter Ziegler. Sein Dank gelte nicht nur für „dieses schöne Haus“, sondern auch für die Schaffung zweier Arbeitsplätze im Stadtteilmanagement. Seit knapp drei Monaten im Amt habe er nun als erster Ortsvorsteher die Möglichkeit, im Team zu arbeiten. „Das Haus steht dafür, dass wir Nachbarschaften zusammenbringen wollen“, sagte Quartiersmanager Robin Flohr.

Sowohl er als auch seine Kollegin Elke Ruhe-Hartmann zeigten sich überwältigt von der großen Unterstützung und der starken Beteiligung der Bewohner Bärenkämpens am Eröffnungstag. „Mir ist das Herz aufgegangen, als ich die vielen Menschen gesehen habe, die heute gekommen sind“, so Ruhe-Hartmann. Zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen hatten ihre Ideen in die Gestaltung des Begegnungszentrums und dessen feierliche Eröffnung eingebracht.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Einweihung, den der Nachbarschaftschor musikalisch begleitete, feierten hunderte Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen ihren neuen Treffpunkt mit einem aktionsreichen Fest. Gerhard Boecker ist ganz offensichtlich nicht der einzige, für den ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen ist. Die Freude darüber, einen Ort der Begegnung zu haben, ist bei allen Akteuren und Besuchern spürbar groß.

Quelle: MT.© Foto: Kerstin Rickert )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.