Auftakt der Gesundheitsinitiative ‚MiMi‘

Die MiMi-Gesundheitslotsen.

Der Umgang mit der eigenen Gesundheit, Teilhabe, Mitsprache und Selbstbestimmung in allen Fragen, die die Gesundheit betreffen – darum geht es, wenn über Gesundheitskompetenz gesprochen wird. Eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld hat gezeigt, dass sich über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland an dieser Stelle vor Probleme gestellt sieht. Zugewanderten, auch solchen die schon länger in Deutschland leben, fällt es oft schwerer gesundheitsbezogene Informationen zu verstehen, zu beurteilen und auf die eigene Lebenssituation anzuwenden.

Das bundesweite Gesundheitsprojekt MiMi (Migranten für Migranten) soll Abhilfe schaffen. Ziel des MiMi-Projekts ist es, durch Informationsvermittlung in der Muttersprache die Gesundheitskompetenz von Zuwanderern zu fördern und ihnen dadurch einen gleichberechtigten Zugang zur gesundheitlichen Regelversorgung zu ermöglichen. Langfristig sollen so ungleiche Gesundheitschancen abgebaut werden.

MiMi mobilisiert, schult und zertifiziert bereits gut integrierte Migrantinnen und Migranten als MiMi-Gesundheitslotsen. Diese klären Menschen, die aus dem gleichen Land oder der gleichen Region stammen, zu Themen der Gesundheit und Gesundheitsvorsorge auf – kultursensibel und in der jeweiligen Muttersprache.

Unter der Projektträgerschaft des ethnomedizinischen Zentrums Hannover ging jetzt die zweite Schulungsreihe zur Ausbildung von 27 mehrsprachigen Gesundheitsmediatoren im Projekt „MiMi OWL-Nord“ an den Start. In den Kreisen Bielefeld, Herford und Minden haben sich die Integrationsagenturen zusammengeschlossen, um die Koordination vor Ort zu übernehmen.

In den 50-stündigen Schulungen werden engagierte Migrantinnen und Migranten durch medizinisches Fachpersonal zu interkulturellen Gesundheitslotsen, sogenannten Mediatoren, ausgebildet.

Nach dieser Ausbildung, in der sie in das deutsche Gesundheitssystem eingeführt und zu wichtigen Themen der Gesundheit und Prävention geschult werden, führen die Mediatoren selbstständig Informationsveranstaltungen durch. Die Mediatoren gehen dann an die Orte, an denen sich ihre Zielgruppen aufhält, um ihnen dort Informationen zu Gesundheitsförderung und Prävention zu vermitteln. Die Veranstaltungen werden somit an Orten abgehalten, die der Zielgruppe aus ihrem Alltag vertraut sind. So fanden im vergangenen Jahr Gesundheitskampagnen zu Themen wie Impfschutz und Kindergesundheit, Deutsches Gesundheitssystem, seelische Gesundheit, Diabetes, Ernährung und Bewegung, Alter und Pflege in Stadtteilzentren, Internationalen Mutter-Kind Gruppen, in Kulturvereinen, Schulen, in Kirchengemeinden oder in zentralen Unterbringungseinrichtungen statt.

Das Multiplikatorenkonzept ist in Verbindung mit der muttersprachlichen Informationsweitergabe das zentrale Element des MiMi-Gesundheitsprojekts. „Durch den niedrigschwelligen Zugang gelingt es, sehr viele Menschen zu erreichen,“ sagt Beatrix Dunker, Standortkoordinatorin des Projektes.

Die MiMi-Gesundheitsmediatoren können in den Kreisen Herford, Bielefeld und Minden von Gruppen, Vereinen oder Einrichtungen kostenlos eingeladen werden. Gefördert wird die Gesundheitsinitiative durch das Bundesministerium für Gesundheit. Bei Interesse wenden Sie sich im Kreis Minden-Lübbecke an die Integrationsagentur des Caritasverbandes Minden. Die Standortkoordinatorin Beatrix Dunker ist unter Tel.: (0571) 82899-64 zu erreichen.

(Text: Kreis Minden-Lübbecke, Foto: Janine Küchhold/Kreis Minden-Lübbecke)

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